„Wir brauchen einen Radschnellweg von Schwetzingen nach Heidelberg“

Mit dem Rad genauso schnell in Heidelberg wie mit dem Auto – dafür soll es den Radschnellweg geben. Theresia Bauer, MdL aus Heidelberg, und Andre Baumann aus Schwetzingen sind mit zahlreichen Grünen-Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und Verkehrsexperten die Vorzugsvariante des geplanten Radschnellwegs mit dem Fahrrad abgefahren. Die Wissenschaftsministerin Bauer startete mit einem Teil der Gruppe im Wahlkreis Heidelberg und traf ihren Kabinettskollegen und Schwetzinger Landtagskandidaten an der Gemarkungs- und Wahlkreisgrenze in Eppelheim. Zielkonflikte zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und verkehrsplanerischen Belangen wurden diskutiert. Bauer und Baumann sind sich einig: „Wir brauchen den Radschnellweg so schnell wie möglich. Wir Grüne werden mithelfen, gute Lösungen für Zielkonflikte zu finden. Am Ende brauchen wir einen guten Kompromiss.“

„Radschnellverbindungen bieten Radfahrerinnen und Radfahrern eine attraktive Möglichkeit, längere Strecken sicher und zügig zurückzulegen. Hier sind nur Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs erlaubt. Radschnellverbindungen sind kreuzungsfrei und ihr Belag ist für Fahrräder besonders geeignet“, erklärten Bauer und Baumann in der gemeinsamen Begrüßung. Baumann teilte mit, dass die vom Land Baden-Württemberg finanzierte Machbarkeitsstudie für die Verbindung Schwetzingen – Heidelberg ein Potenzial für rund 2.900 Radler pro Tag habe. Das Verkehrsministerium wird den Kommunen die entstandenen Kosten erstatten. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 11,9 Millionen Euro, die ebenfalls vom Land finanziert werden sollen.

Marc Böhmann (1.v.l.), Wirtschaftsministerin Theresia Bauer (3.v.l.) und Andre Baumann (7.v.l.)

Die grüne Radtruppe begutachtete „politische Knackpunkte“. Dazu zählt der bevorzugte Verlauf der Radschnellverbindung entlang der ehemaligen Bahntrasse zwischen Heidelberg und Schwetzingen. Hierzu äußerten sich Marc Böhmann und Isabel Moreira da Silva, grüne Gemeinderatsmitglieder aus Eppelheim. Der alte Bahndamm ist heute mit einer besonders geschützten Feldhecke bewachsen, die zum kurpfälzischen Kulturerbe gehört. Einig waren sich Bauer, Baumann und die anwesenden Grünen, dass die Feldhecke nicht zerstört werden dürfe. „Die Natur muss nicht unter dem Radschnellweg leiden, auch wenn der Radschnellweg in der Nähe verläuft, wenn man es richtig macht“, sagte Baumann.  

Baumann erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren durch Straßenbauprojekte wie die B 535 und die Ostumfahrung Plankstadt unzählige Biotope und wertvolle Landschaftselemente in der Feldflur Plankstadt und Umgebung verschwunden seien. Auch sei sehr viel unbebaute Fläche „verbraucht“ worden. „Deshalb fällt jeder weitere Eingriff in die Natur doppelt auf“, so Baumann. Böhmann und Moreira da Silva legten deshalb Wert auf eine flächensparende Variante der Radschnellverbindung. Die Gemarkung von Eppelheim sei klein und Flächenverbrauch solle verringert werden. Sie regten an, den Radschnellweg bevorzugt auf bereits bestehenden Wegen zu führen.

Foto: B90/Grüne

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