Nachverdichtung: Wohnungen für uns und die Bäume

Es ist unbestritten: Eine der aktuell wichtigen kommunalen Aufgaben in Eppelheim ist die Schaffung von Wohnraum. Dadurch soll durch die Erhöhung des Wohnungsbestandes der Preisdruck auf dem Wohnungsmarkt sinken und gleichzeitig möglichst bezahlbare Wohnungen entstehen. Die in den letzten Jahrzehnten übliche Vorgehensweise war, neue Wohngebiete am Rande der Stadt auszuweisen. Der Nachteil hierbei war und ist, dass die Landschaft mehr und mehr zersiedelt wird. Außerdem verringern sich so die in Eppelheim ohnehin knappen landwirtschaftlichen Flächen, was wiederum den hier ansässigen Landwirten ernste Probleme bereiten würde.

Seit Beginn der 90er Jahre entstand als Alternative zu Wohngebieten auf der „grünen Wiese“ die städtebauliche Idee, innerorts nach geeigneten Flächen zu suchen und durch behutsame Nachverdichtung der bestehenden Stadtstruktur neuen Wohnraum zu schaffen. Behutsam ist ein sehr wichtiger Aspekt hierbei und meinte, bestehende Bäume und Grünstrukturen möglichst zu schonen und möglichst wenig Fläche zu versiegeln.

Auch hier in Eppelheim wird durch Nachverdichtung neuer Wohnraum geschaffen. Jedoch geschieht dies bisher leider häufig nicht behutsam. Oft scheint die oberste Maxime zu sein, aus dem Grundstück mit möglichst vielen Wohnungen möglichst viel Gewinn herauszuschlagen.

Und so verschwindet eine Grünfläche mit Sträuchern und einem stattlichen Nussbaum. Stattdessen entsteht ein möglichst großes Wohnhaus, das rundherum komplett zugepflastert ist. Kein Baum, kein Strauch, einfach nichts außer Beton! Zu „bestaunen“ ist dies an der Schwetzinger Straße/Ecke Kleinfeldstraße. Leider ist dies nicht das einzige aktuelle Beispiel einer mehr als fragwürdigen baulichen Entwicklung in Eppelheim. Erst Recht in Anbetracht der zunehmenden Aufheizung der Städte sind diese Negativbeispiele das Gegenteil von zukunftsweisenden Lösungen zum Wohnungsbau von morgen.

Die grüne Fraktion setzt sich für eine zeitgemäße Stadtplanung ein. Wir fordern eine wirklich behutsame Nachverdichtung. Das bedeutet, dass vorhandene Grünstrukturen möglichst geschont und erhalten bleiben. Und wo dies nicht oder nur teilweise möglich ist, werden im Zuge der Wohnbebauung neue Bäume gepflanzt und zusätzlich Grünflächen geschaffen. Zum Beispiel werden unter anderem bei der Erstellung der notwendigen Autostellplätze Bäume gepflanzt. Des Weiteren wird darauf geachtet, dass das Verhältnis der bebauten Fläche zur Größe des Grundstücks passt und nicht wie im oben angeführten Beispiel 80 bis 90 Prozent des Grundstücks unter Beton verschwindet.

Eine fortschrittliche Wohnbebauung mit viel Grün ist nicht nur ausgesprochen wichtig für unser Stadtklima, sondern es profitieren durch ein freundliches und lebendiges Wohnumfeld auch die Bewohner direkt davon. Außerdem würde das gesamte Stadtbild Eppelheims durch ein konsequent-grünes Wohnungsbaukonzept enorm gewinnen.

Ihr Hubertus Mauss

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Gerne können Sie sich mit mir unter hubertus.mauss@gruene-eppelheim.de in Verbindung setzen oder mich persönlich ansprechen. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen!

Foto: Martin Gramm

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