Vitamin Grün

Beitrag von Nika Weiss in den Eppelheimer Nachrichten // Ausgabe vom 28.01.21

Glück kommt nicht immer nur von innen. Auch unsere Umgebung prägt maßgeblich unser Wohlbefinden. So sind es oft dunkle und kalte Monate, die uns zusammenbringen, um uns gegenseitig zu wärmen und Freude zu schenken. Doch so wenig Einfluss wir auf die Jahreszeiten haben, so viel Einfluss haben wir darauf, wie wir unsere Umwelt und unsere Stadt gestalten. Mit Vitamin Grün meine ich damit keine politische Einstellung, vielmehr unsere Gärten, Hauseingänge, Balkone, Fensterbänke, Vorhöfe und Auffahrten zur Garage. Der Winter macht uns bewusst, dass die Natur auch Zeit zur Erholung und Ruhe braucht. Altes stirbt ab, um im Frühling neu zu erblühen. Doch während in vielen Vorgärten Eppelheims bereits Krokusse empor sprießen, bleiben Schottergärten grau. 

Die Corona-Pandemie zeigt nicht nur den Eppelheimerinnen und Eppelheimern seit nun fast einem Jahr, was wir Menschen in dieser Zeit gerne gemacht haben: Man strömte in Gartencenter und plötzlich gab es ein großes Drängen in die Natur. Schrebergärten blühten auf und wurden neu belebt. Unsere schön bepflanzten Plätze in Eppelheim waren willkommene Oasen. Ebenso Eppelheims Felder sind beliebt für Spaziergänge, ganz nach dem Motto: raus aus den eigenen vier Wänden und ab in die Natur. 

Intuitiv zeigen wir uns damit immer wieder selbst: Es zieht uns ins Grüne. Dorthin, wo es summt und zwitschert. Wo es nach Blumen riecht und wo wir uns erden können. Wir stimmen damit buchstäblich mit den Füßen darüber ab, wo unsere Wege hinführen: in die Eppelheimer Naherholungsgebiete. Jede zubetonierte oder geschotterte Fläche bedeutet damit zugleich einen Platz weniger, um sich erholen zu können. Stattdessen sollten weitere Oasen geschaffen werden. Pocketparks und Bepflanzung durch entsiegelte Fläche können dabei nur zwei von unzähligen Möglichkeiten sein.

Nach den letzten Monaten, die uns wieder besonders getroffen haben, sollten wir weiterhin nach vorne schauen und unsere Zukunft so gestalten, dass wir uns nach jedem Winter auf blühende Felder, Frühlingsgärten und Plätze in unserer Stadt freuen können.

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