Geplante Straßenbahn ins PHV und der Schutz unseres Bahndamms

Liebe Eppelheimerinnen und Eppelheimer, in den nächsten Jahren wird in unmittelbarer Nähe Eppelheims ein neuer Heidelberger Stadtteil besiedelt werden. Im ehemaligen „Patrick Henry Village“ werden dann in einigen Jahren rund 10000 Menschen wohnen und rund 5000 Menschen Arbeit finden. Ich persönlich freue mich sehr über die zukünftigen Nachbarn und bin gespannt auf all das Neue, das in diesem Stadtteil entstehen wird: neue Siedlungskonzepte und Wohnformen, neue Formen von Mobilität. Eines dieser neuen Projekte, die Eppelheim und das zukünftige PHV gemeinsam betreffen, ist die zukünftige Straßenbahnanbindung des PHV. Seit mehreren Jahren schon werden von Seiten der RNV, aber auch von Seiten Heidelbergs verschiedene Trassenvarianten diskutiert und zum Teil wieder verworfen. Ursprünglich sollte die Straßenbahn von Heidelberg über das PHV bis nach Schwetzingen geführt werden. Aber weil Plankstadt 2014 in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit die Weiterführung der Linie 22 abgelehnt hat, kommt nur eine Umfahrung Plankstadts infrage. Mittlerweile aber scheint es gar nicht mehr um diese Straßenbahnlinie nach Schwetzingen zu gehen. Aktueller Stand sind offenbar drei Trassenvarianten, die das PHV an Heidelberg anbinden und allesamt über Eppelheimer Gemarkung verlaufen. Und zwar an einem der sensibelsten Punkte unserer Stadt: entlang des Bahndamms von der Leonie-Wild-Brücke an der A5 bis zur Rudolf-Wild-Straße bzw. bis zum ASV.

Was mich ein wenig irritiert: Uns als Eppelheimer Gemeinderat werden diese Varianten in öffentlicher Sitzung erst Ende April vorgestellt. Unsere Grüne Fraktion hat beantragt, dass dies frühzeitiger geschehen sollte. Und auch die von der RNV vorgeschlagenen Trassenführungen finde ich hochproblematisch.

Eine Straßenbahntrasse auf der Kreisstraße (Rudolf-Wild-Straße) Richtung PHV ist angesichts von rund 7000 PKW und 900 LKW pro Tag (!) unmöglich. Der Weg ca. 120 Meter westlich der Kreisstraße (am Betonwerk) gehört zum Betriebsgelände der Firma Wild und scheidet daher als Straßenbahntrasse aus. Eine Streckenführung noch weiter westlich, vom ASV-Gelände Richtung Süden, wäre eine hinderliche Verlängerung der Trasse, würde das beliebte Naherholungsgebiet im Eppelheimer Süden durchschneiden und würde auch mit dem geplanten Radschnellweg zwischen Heidelberg und Schwetzingen, der 2025/26 und damit weit vor der Straßenbahn fertig sein soll, kollidieren.

Das Wichtigste aber: Auf Sicht unserer Fraktion muss der Bahndamm auf Eppelheimer Gemarkung unter allen Umständen unangetastet bleiben. Er ist in Teilen Biotop, ist wertvolles Naherholungsgebiet und erfüllt eine zentrale Frischluftfunktion. Darüber hinaus trennt er das Wohngebiet vom Gewerbegebiet ab und ist unverzichtbarer Lärm- und Feinstaubschlucker. Denkbar wäre aus unserer Sicht eine andere Trassenführung zum PHV, und zwar die Trasse vom Pfaffengrund aus zunächst östlich entlang der Autobahn zu führen, dann südlich des Wild-Geländes die Autobahn zu überqueren, dort, auf Eppelheimer Seite, eine Haltestelle für die Beschäftigten der Wild-Werke/ADM einzurichten, um dann weiter ins PHV zu fahren. Man könnte die Überquerung der Autobahn mit einer zusätzlichen Rad- und Fußgängerspur versehen. Mit dieser Linienführung gäbe es auch keine größere Kollision mit dem zukünftigen Radschnellweg zwischen Heidelberg und Schwetzingen.

Für die Verkehrswende brauchen wir einen leistungsfähigen ÖPNV, aber nicht auf Kosten unserer letzten Grünzonen und Naherholungsgebiete.

Unsere Fraktion hält Sie an dieser Stelle gerne bezüglich der Straßenbahn-Planungen auf dem Laufenden. Ihr Marc Böhmann

Was denken Sie zu diesem Thema oder zu anderen kommunalpolitischen Themen? Gerne freue ich mich auf Ihre Nachricht unter: marc.boehmann@gruene-eppelheim.de