Isabel Moreira da Silva

Energie- und Wärmewende beschleunigen – auch in Eppelheim!

Beitrag von Isabel Moreira da Silva in den Eppelheimer Nachrichten // Ausgabe vom 15.09.22

Der heiße Dürresommer hat gezeigt: Der Klimawandel wartet nicht. Er schreitet immer schneller voran. Gleichzeitig führt uns die vom Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise drastisch vor Augen, wie fahrlässig es ist, sich auf Gas und Öl zu verlassen. Die Folgen merken wir gerade schmerzlich am eigenen Geldbeutel. Auch die Kommune ächzt unter steigenden Strom- und Gaspreisen. Sparen ist daher das Gebot der Stunde. Das Herunterfahren der Straßenbeleuchtung ist da nur ein erster Schritt. Weitere Maßnahmen werden folgen.

Neben dem Energiesparen ist auch in Eppelheim eine schnelle Umstellung auf erneuerbare Energien zwingend notwendig. Wichtige Ressourcen sind dabei Sonne und Wind. Gerade Windenergie kann günstig und verlässlich große Mengen an sauberen Strom liefern. Der Windatlas Baden-Württemberg schließt unsere Gemarkung zumindest als Standort nicht aus. Ein großes Windrad beim Eppelheimer Wald? Warum nicht! Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Eppelheim sind Kreativität und Mut gefragt. Eine Potenzialanalyse könnte hierüber Aufschluss geben.

Auch bei Solaranlagen gibt es in Eppelheim reichlich Luft nach oben. Ob auf Industriegebäuden und großen Parkplätzen oder als so genannte Agri-Photovoltaik – es mangelt nicht an geeigneten Standorten. Hier braucht es gezielte Förderung und mehr Öffentlichkeitsarbeit. Bei der Wärmewende ist Geothermie ein wichtiger Baustein. Geeignete Standorte sind laut Untersuchungen der Mannheimer MVV Schwetzingen, Plankstadt und Oftersheim. Für das PHV plant Heidelberg zudem oberflächennahe Geothermie in Verbindung mit wechselwarmen Netzen. Eppelheim sollte dies für sich nutzen.

Natürlich sind die Investitionskosten für erneuerbare Energien enorm. Doch sie sparen dauerhaft Geld. Wenn lokale Projekte nicht über die Stadtwerke möglich sind, sollte man sich andere Partner suchen. Diese könnten die Eppelheimer Wirtschaft, das Handwerk oder auch die Bürgerinnen und Bürger sein. Sie haben eine hohe Bereitschaft, sich zu engagieren. Sie sollten einfache Möglichkeiten erhalten, in Eppelheimer Energieprojekte eingebunden zu werden und damit zu einer schnelleren Energie- und Wärmewende beizutragen. Dass Energie in Bürgerhand funktioniert, hat beispielsweise die Windenergiegenossenschaft Starkenburg bei Heppenheim eindrucksvoll gezeigt. Klimaschutz wurde dort zum Volkssport. Dies wünsche ich mir auch für Eppelheim.

Übrigens: Falls Sie planen, sich eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu bauen, und nicht wissen, wie Sie das angehen sollen, dann gehen Sie am Samstag, den 24. September 2022, von 10 bis 16 Uhr, in den Konrad-Adenauer-Ring 35. Dort zeigen Ihnen die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer im Rahmen der Initiative „Wegen Sanierung geöffnet“ der KliBa Heidelberg Rhein-Neckar-Kreis, welche Maßnahmen sie durchgeführt haben. Gleichzeitig erhalten Sie von Energieberatern wertvolle Praxistipps vor Ort. Ein gutes Beispiel, das Schule machen sollte.

Haben Sie Fragen und Vorschläge hierzu? Schreiben Sie mir unter isabel.moreira-dasilva@gruene-eppelheim.de.