Herabstufung der Hauptstraße formal auf den Weg gebracht

„Anwohner und Geschäfte profitieren gleichermaßen“
Die lärmgeplagten Anwohner der Hauptstraße dürfen hoffen. Denn geht es nach dem jüngsten Beschluss des Gemeinderates, soll sich die Verkehrssituation auf der Hauptverkehrsachse unserer Stadt mittelfristig deutlich verbessern. Voraussetzung hierfür ist die Herabstufung der jetzigen Landesstraße L543 in eine Ortstraße. Seit Jahren von der Grünen-Fraktion gefordert scheiterten hier bislang alle Bemühungen am Widerstand der überregionalen Behörden. Mit der für Ende 2010 geplanten Fertigstellung der B535 bei Plankstadt ist nun die Umsetzung in greifbare Nähe gerückt. Die neue Bundesstraße bildet die Ortsumgehung Schwetzingen-Plankstadt und entlastet die L543 bei Plankstadt. „Nun lassen wir keine Ausflüchte mehr gelten“, so die Aufforderung der Grünen an das Regierungspräsidium, der zuständigen Genehmigungsbehörde. „Das Argument, das Landesstraßennetz müsse durchgehend sein, zieht nicht mehr. Mit dem Bau der B535 lässt sich nun die westliche Kreisstraße K4147 hochstufen und die Hauptstraße in Eppelheim herabstufen“, argumentiert die Gemeinderatsfraktion. Die K4147 führt vom Heidelberger Kreuz („Rittel“) und mündet in die L544, die zur Landesstraße zwischen Schwetzingen und Heidelberg, der L600, führt. Diese Umwidmung wurde nun förmlich vom Gemeinderat auf den Weg gebracht. Mit einer Umsetzung ist indes aufgrund der langen Entscheidungswege wohl nicht vor 2013 zu rechnen.

Die Herabstufung ist Voraussetzung für eine Verkehrsberuhigung auf der Hauptstraße und damit für mehr Lebensqualität und Attraktivität im Zentrum. Bleibt die Hauptstraße Landesstraße, hat die Stadt keine rechtlichen Mittel, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umzusetzen. Die Hauptstraße als Lebensnerv unserer Stadt wird derzeit von bis zu 12.000 Fahrzeugen täglich befahren. Mit der Umwidmung kann dieser Bereich für den Lkw-Verkehr gesperrt und der Durchgangsverkehr deutlich verringert werden.

Nicht teilen konnte die Fraktion die Bedenken der Gegner einer Herabstufung, die eine mögliche Beeinträchtigung der ortsansässigen Geschäfte ins Feld führten und das Bild einer „Verödung“ der Innenstadt zeichneten. Dagegen argumentieren die Grünen: „Mit mehr Attraktivität kommen auch mehr Menschen in die Stadt, davon profitieren auch die Geschäfte im Ortskern.“ Und weiter: „Parkmöglichkeiten wird es auf der Hauptstraße immer geben. Mit einer Verkehrsberuhigung und ‚Möblierung’ der Straße schaffen wir nur mehr Sicherheit und Attraktivität, die allen Verkehrsteilnehmer, also auch Fußgängern und Radfahrern, zugute kommt.“ Dem Beschlussvorschlag ist die neue fünfköpfige Fraktion von Bündnis’90/DIE GRÜNEN daher geschlossen gefolgt. (ids)

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