16 Jahre Mörlein sind genug

Stadtrat Martin Gramm, Bündnis 90/Die Grünen wirft seinen Hut in den Ring und wird bei der Bürgermeisterwahl am 31. Januar als Kandidat gegen den Amtsinhaber Dieter Mörlein antreten, der sich um eine dritte Amtszeit bewirbt. „Demokratie braucht Alternativen“, so Martin Gramm bei einer Mitgliederversammlung der Eppelheimer Grünen, die am Mittwoch eine einstimmige Entscheidung zu seiner Kandidatur trafen.

Deutlich macht Gramm im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es ihm mit seiner Kandidatur ernst ist: „Ich bin entschlossen, das Amt auszuführen“, stellt Gramm fest, der sich seine Bewerbung um das Amt reiflich, auch im Gespräch mit seiner Frau, überlegte. Doch letztlich, so seine Überzeugung, „habe ich nichts zu verlieren und werde das Votum der Wähler akzeptieren“. Sein Ziel sei es auf jeden Fall, „dafür zu sorgen, dass Bürgermeister Mörlein in den wohlverdienten Ruhestand gehen kann“.

„16 Jahre Mörlein sind genug, es ist an der Zeit, einen Politikwechsel zu erreichen. Nach zwei Amtsperioden sind verkrustete Strukturen entstanden, die einer zukunftsfähigen Entwicklung im Wege stehen. Entwicklung mit Augenmaß und in der Verantwortung für die Gesamtheit der Bürger ist notwendig. Nicht die Quantität fremdfinanzierter Großprojekte, sondern die Lebensqualität aller Bürger wird im Mittelpunkt meiner Politik für Eppelheim stehen“, betont Gramm.

Der 56-jährige Diplom-Sozialarbeiter ist seit einem Jahrzehnt beim Stadtverband der Grünen aktiv, derzeit als Ortsverbandsvorsitzender. Zugleich hat er das Amt des Kreisvorsitzenden der Grünen inne. Seine weiteren kommunalpolitischen Schwerpunkte liegen im Bereich Stadtentwicklung und Verkehrspolitik. Gramm gehört im Gemeinderat dem Technischen Ausschuss, dem Städtepartnerschafts- und PPP-Ausschuss an.
Gramm ist in Eppelheim aufgewachsen und kennt viele Probleme vor Ort. Für Eppelheim wünscht er sich ein behutsames Weiterentwickeln der vorhandenen Strukturen. So setzt er sich vehement für den Erhalt der Bibliothek und der Eppelheimer Flur ein. „Damit auch zukünftige Generationen gerne in Eppelheim leben“. Nach seiner Überzeugung erreicht man Verbesserungen nur durch überlegtes Planen und Handeln und nicht durch „Schnellschüsse aus der Hüfte“.

So stört ihn neben den „aus dem Boden schießenden Prestige-Objekten“ der Umstand, dass die eigentlichen Probleme der Stadt nicht gelöst würden. Probleme, mit denen sich zum Teil schon die Vorgänger von Mörlein befasst hätten, beispielsweise die Verkehrssituation in der Hauptstraße oder die schwindende Identität des Ortskerns, „bald haben wir nur noch den Wasserturm als Kennzeichen“.
Daneben will Gramm sich der finanziellen Probleme der Stadt annehmen und erreichen, „dass in der Verwaltung die Eigenverantwortung wieder gestärkt wird“.
Deutlich macht er im Gespräch mit unserer Zeitung auch, dass er einen Wahlkampf führen möchte, der es ihm ermögliche, „anschließend mit Mörlein noch ein Bier trinken zu können“. Mit anderen Worten, einen persönlichen Wahlkampf wird es mit ihm nicht geben, er wird sich auf die sachliche Ebene konzentrieren und darauf hin arbeiten, dass es am Wahltag eine Alternative gibt. (Schwetzinger Zeitung vom 18.12.2009, Andreas Wühler)

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