Die Grünen Eppelheim besuchen mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Andre Baumann die „Projektgruppe Inklusion“ Eppelheim
„Inklusion muss dort stattfinden, wo Menschen leben: In ihren Gemeinden und ihrem direkten Lebensumfeld“, erklärte Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter der Grünen, anlässlich des Besuchs bei der Projektgruppe Inklusion Eppelheim. Denn Inklusion findet vor Ort statt: beim Wohnen, in Kindergärten und Schulen, bei der Arbeit, im Sport und in der Freizeit. Wie vielfältig das Engagement für eine inklusive Stadtgesellschaft sein kann, zeigte die Projektgruppe Inklusion Eppelheim bei einem Gespräch mit dem grünen Landtagsabgeordneten Dr. Andre Baumann. Begleitet wurde Baumann von Marc Böhmann, Stadtrat und Sprecher des Grünen Ortsverbands, Fraktionssprecherin Christa Balling-Gündling sowie Patrick Alberti, Büroleitung Baumanns und Leitung der Landesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik. Für die Projektgruppe nahmen Renate Schmidt, Thomas Kreuzer, Siegfried Köhler und Murat Tink teil.
Die Projektgruppe engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für Teilhabe und Selbstbestimmung in Eppelheim. Menschen mit Behinderungen, Angehörige und weitere Interessierte bringen dabei konkrete Anliegen auf den Weg und arbeiten mit Vereinen, Verwaltung und sozialen Trägern zusammen.
Wie erfolgreich dieses Engagement sein kann, zeigte zuletzt die Veranstaltung „Eppelheim lebt Inklusion“ im April. Gemeinsam mit der kommunalen Behindertenbeauftragten des Rhein-Neckar-Kreises hatte die Projektgruppe eine große Veranstaltung mit zahlreichen Informations- und Mitmachangeboten organisiert. Rund 20 Akteure beteiligten sich. Neben Informationsständen gab es unter anderem ein Theaterstück und Musik. Auch Themen wie inklusives Wohnen, Arbeit, Sport und Katastrophenschutz wurden aufgegriffen. „Uns ist wichtig, Inklusion nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern sie praktisch erlebbar zu machen und unterschiedliche Akteure zusammenzubringen“, erläuterte Thomas Kreuzer.
Darüber hinaus arbeitet die Gruppe an zahlreichen weiteren Projekten. Dazu gehören inklusive Angebote in Kindergärten und die Öffnung von Vereinen für Menschen mit Behinderungen. Dafür gibt es sogar einen „Inklusions-Button“, mit dem Vereine ihr Engagement für Teilhabe sichtbar machen können.
Auch für einen barrierefreien Zugang zum Eppelheimer Schwimmbad setzt sich die Projektgruppe ein. Ein moderner Beckenlift soll Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ermöglichen, das Schwimmbad möglichst selbstständig zu nutzen. „Es geht darum, ganz konkrete Hilfen bereitzustellen, um den Menschen möglichst selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen“, erklärte Sigfried Köhler. Zudem beschäftigt sich die Gruppe mit der barrierefreien Gestaltung von Spielplätzen und setzt sich dafür ein, dass bestehende Angebote für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen besser zugänglich werden. „Wir werden uns anschauen, wie die Spielplätze aktuell aussehen und wir sie vielleicht so hinbekommen, dass jeder diesen Platz nutzen kann“, erklärte Renate Schmidt.
Auch über das inklusive Wohnprojekt wurde gesprochen, das derzeit in Eppelheim entsteht. In einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft sollen junge Menschen mit Behinderungen möglichst selbstbestimmt und außerhalb eines klassischen Pflegeheims leben können. „Solche selbstbestimmten Wohnformen werden in Baden-Württemberg ausdrücklich unterstützt“, erklärt Sigfried Köhler. Andre Baumann freut es besonders, dass das Land Baden-Württemberg das Projekt mit 220.000 Euro unterstützt.
Ehrenamt braucht politische Unterstützung
Baumann würdigte insbesondere den langen Atem der Ehrenamtlichen: „Ehrenamtliches Engagement ist eine große Stärke unseres Landes. Aber Ehrenamt kann politische und strukturelle Verantwortung nicht ersetzen“, sagte Baumann. „Politik und Verwaltung müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit gute Ideen nicht an bürokratischen oder finanziellen Hürden scheitern. Dafür möchte ich mich auch auf Landesebene einsetzen.“
Patrick Alberti freute sich ebenfalls über das Engagement der Gruppe: „Sie zeigen, was möglich ist, wenn man dranbleibt und etwas bewegen möchte. Und sie zeigen vor allem, was Inklusion vor Ort bedeutet, nämlich gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe an der Stadtgesellschaft.“ Die Projektgruppe will ihren Weg weitergehen. Auf der Agenda stehen unter anderem weitere Verbesserungen im Bereich Wohnen und Arbeit, inklusive Freizeitangebote und Begegnungsorte sowie die weitere Öffnung von Vereinen und öffentlichen Einrichtungen. Marc Böhmann und Christa Balling-Gündling bedankten sich für den Austausch und das Engagement der Projektgruppe. „Wir haben noch viele Ideen für Eppelheim“, sagte Siegfried Köhler. „Wichtig ist, dass wir gemeinsam daran arbeiten und uns als Lernende verstehen. Dann können aus kleinen Initiativen Projekte entstehen, die langfristig etwas verändern.“ Dem stimmte auch Baumann zu: „Die Projektgruppe zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen sich über viele Jahre engagieren, konkrete Probleme benennen und gemeinsam nach Lösungen suchen.“