„Schließung unverhältnismäßig“: Grüne für Weiterbetrieb der Rhein-Neckar-Halle

Als unverhältnismäßig bezeichnete die Fraktion von Bündnis’90/DIE GRÜNEN das Vorgehen der Verwaltungsspitze im Zusammenhang mit der Rhein-Neckar-Halle. Demnach soll die Halle aufgrund eines Brandschutzgutachtens zum 1. April für den Schul- und Vereinsport geschlossen werden. „Die Mängel sind seit Jahren bekannt. Maßnahmen wurde aber lange Zeit verschleppt“, kritisieren die Grünen, die in dem Vorgehen vor allem ein Druckmittel sehen. „Seit Jahren forciert der Bürgermeister den Abriss. Diesen hat der Gemeinderat bislang abgelehnt. Nun schwingt er die Keule der Brandgefahr“, so die Fraktion. „Hier wird Politik auf dem Rücken der Schulen und Vereine gemacht.“

Ein Abriss und Neubau kommt für die Grünen derzeit nicht in Frage: „Die Kasse ist leer“. Priorität habe der Ausbau von Kitaplätzen und Schulen. Dieser verschlinge in den nächsten Jahren bis zu 15 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung steige auf über 1.000 Euro. Die Fraktion: „Angesichts dieser Schuldenlast wäre es unverantwortlich, Millionen in eine neue Halle zu stecken“. Stattdessen fordern die Grünen, die Rhein-Neckar-Halle für den reinen Schul- und Vereinssport brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Bis dahin sollte die Schließung überdacht werden. „Schließlich“, so ihr Argument, „ist uns nichts darüber bekannt, dass das Landratsamt die Schließung angeordnet hätte“.

Und was kommt danach? „Eine sukzessive Sanierung, wie von uns schon immer gefordert, erscheint uns immer noch möglich“, heißt es von Seiten der Grünen weiter. Eine solche könnte in einer abgespeckten Variante und über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Überhaupt sei das Gutachten auf ein Maximum getrimmt. Nicht alle Maßnahmen müssten in dem Umfang durchgeführt werden, wie vorgeschlagen. Die Grünen: „Die Halle ist auch ein Stück städtische Geschichte und Identität. Ein Abriss sollte deshalb wohlüberlegt werden.“ Fraglich sei überdies, ob ein Neubau tatsächlich billiger käme, wie vom Bürgermeister vorge-rechnet. „Das neue Capri-Sonnen-Sportcenter wurde uns für vier Millionen versprochen. Gekostet hat es am Ende sieben Millionen mit Erschließung.“

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