„Straßenbahn erleichtert Umstieg auf ÖPNV“ – Grüne der Region informierten über Straßenbahn nach Schwetzingen

Die Grünen Eppelheim, Schwetzingen und Plankstadt luden am vergangenen Mittwoch gemeinsam zum Thema „Mit der Straßenbahn nach Heidelberg und Schwetzingen – Mobilität für die Region“ ein – und viele sind trotz des schönen Wetters der Einladung gefolgt. Im voll besetzten Palais Hirsch in Schwetzingen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich über die aktuellen Pläne des Mobilitätsnetzes Heideberg und das erfolgreiche Karlsruher Straßenbahnmodell zu informieren. Hierzu hatten die Grünen Dr. Dieter Ludwig, Ex-Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbundes, und Norbert Buter, Infrastruktur-Verantwortlicher bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), als Referenten gewinnen können.

„Die Straßenbahn ist ein Wettbewerber des Autos. Deshalb muss sie so attraktiv gestaltet werden, dass der Autofahrer sie freiwillig nutzt“, so Dieter Ludwig. In Karlsruhe sei das gelungen. Mit 400 km zählt das Karlsruher Stadtbahnnetz heute zu den längsten Europas. Für ihn steht deshalb fest: „Die Nutzung von ÖPNV geht viel leichter mit der Straßenbahn als mit dem Bus.“ So hätten Befragungen gezeigt, dass drei bis acht mal so viele Autofahrer auf die Bahn umsteigen als auf den Bus. „Wichtig ist es dabei, direkte und schnelle Verbindungen von den Zentren ins Umland zu schaffen. Je größer der Einzugsbereich, desto besser“, fügte Ludwig hinzu. Denn: „Die Menschen steigen sehr ungerne um“. Der Nahverkehrsexperte warb deshalb auch für eine direkte Linie nach Schwetzingen. Hier sah er ein großes Potential. Überall dort, wo die Straßenbahn ausgebaut wurde, hätten die Fahrgastzahlen die prognostizierten Schätzungen bei weitem überstiegen. Für die Linie nach Schwetzingen gehe er von 10.000 bis 15.000 Gästen pro Tag aus.

E-Busse langsamer und ineffizienter
Die Linie soll nach jetzigen Planungen bis zum Schwetzinger Bahnhof führen. Hier bekommen Pendler direkten Anschluss zur S-Bahn nach Mannheim und Karlsruhe. Von der Linie werden auch viele Schüler profitieren. Sie kommen dann leichter und sicherer ins Eppelheimer Schulzentrum. Nach dem Ausbau sollen ausschließlich moderne und bequeme Niederflurbahnen zum Einsatz kommen. „Bislang ist dies aufgrund der geringen Tragkraft der Autobahnbrücke und der engen Endhaltestelle in Eppelheim nicht möglich“, so Norbert Buter von der RNV. Dem Einsatz von Elektrobussen erteilte er eine Absage: „Busse stecken genauso im Stau wie Autos und sind deshalb langsamer und ineffizienter als Straßenbahnen“. In Eppelheim müssten zudem auf der südlichen Straßenseite der Hauptstraße zusätzliche Haltestellen geschaffen werden. Den Anteil Eppelheims an den Baukosten bezifferte der RNV-Experte mit 1,29 Millionen bzw. im schlimmsten Fall 2,58 Millionen Euro – nach Abzug aller Fördermittel. Nach Inbetriebnahme kämen jährliche Kosten von 133.000 bis 148.000 Euro auf die Stadt zu.

In der Diskussion wurde deutlich, dass noch viel Klärungsbedarf hinsichtlich Linienführung, Lärmbelastung und Einbindung anderer Verkehrsteilnehmer besteht. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Die Vorteile der Straßenbahn sind den Menschen immer noch nicht klar.“ Er warb dafür, auf die Wünsche und Ängste der Bürger stärker einzugehen. „Das nehmen wir mit“, versprach Kreissprecher Martin Gramm. „Wir werden hier weiter mit den Bürgern im Dialog bleiben.“ In Eppelheim ist für Herbst eine eigene Veranstaltung angedacht.

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