Schwerlastverkehr aus Ortsmitte verbannen

Was passiert mit den Lkws? Warum fahren die Laster immer noch durch den Ort? Diese Fragen stellen sich immer mehr Anwohner. Seit der teilweisen Lkw-Sperrung der Hauptstraße bahnen sich die dicken Brummis jetzt ihren Weg durch die Mozart-, Peter-Böhm-, Scheffel- und Wieblinger Straße oder die durch enge Friedrich- und Kirchheimer Straße. Neben den Wild-Lkws sind es vor allem auch die Laster des Betonwerks. „Leider greifen die bisherigen Maßnahmen kaum oder nur wenig“, so das ernüchternde Fazit der Grünen-Fraktion bei einer örtlichen Begehung. Das Problem: Die bestehenden Sperrungen sind unzureichend oder werden über die Lieferverkehr- oder Anliegerregelung umgangen. Teilweise sind die Umfahrungen schlecht oder lückenhaft ausgeschildert, manche Schilder sind für ausländische Fahrer unverständlich.

„Lkw-Fahrer, die vom Autobahnkreuz Rittel bis zur Kreuzung an der Eppelheimer Straße anfahren, sehen das Verbotsschild erst nach dem Abbiegen in Richtung Brücke. Dann ist es natürlich zu spät“, so Stadträtin Moreira da Silva. „Viele Brummi-Fahrer wollen zur Firma Indag, ausgeschildert ist aber nur Wild. Manches Schild verbirgt sind zudem in einem dichten Schilderwald. Da blickt kaum einer durch“, ergänzt Kollege Gramm. Hinzu kämen veraltete Navigationsgeräte. Auch fehlten Wende- und Parkmöglichkeiten für nächtliche Anlieferer der Firma Wild. „Alles in allem erscheinen uns die bisherigen Maßnahmen zu wenig durchdacht“, fasst Christa Balling-Gündling zusammen.

„Die Gewerbegebiete sind über eine nördliche und südliche Umgehung gut zu erreichen. Kein Laster braucht deshalb durch den Ortskern zu fahren, wenn er dort nicht zu suchen hat“, sagt die Grünen-Sprecherin. „Derzeit werden Gespräche mit der Stadt Heidelberg und den überregionalen Behörden für eine verbesserte Umfahrung geführt. Wir begrüßen diese Maßnahmen, sehen aber weiteren Handlungsbedarf“, so Balling-Gündling. „Wichtig ist es, die örtlichen Betriebe mit ins Boot zu nehmen. Auch muss das Lkw-Leitsystem auf den Prüfstand. Die Fahrer müssen schon ab der Autobahnausfahrt gezielt in das südliche und nördliche Gewerbegebiet geführt werden.“ Und die nächtlichen Wild-Lkws? „Hier hat unsere Fraktion vorgeschlagen, auf dem Betriebsgelände einen Wendekreis einzurichten und Teile des Parkplatzes für nachts ankommende Lkws bereitzustellen,“ ergänzt Martin Gramm. (ids)

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