Kindergarten Villa Kunterbunt: „Fällen der Bäume ist ein Fehler“

Grüne fordern Umsetzung des ursprünglichen Plans
„Das Fällen der Bäume im Zuge des geplanten Kindergartenneubaus halten wir für einen großen Fehler. Die bis zu 80 und 100 Jahre alten Robinien und Linden sind stadtbildprägende Naturdenkmäler. Sie erfüllen eine wichtige Funktion für das Stadtklima, da sie für Frischluft und Kühlung sorgen. Sie bieten Lebensräume für die heimische Tierwelt und dienen den Kindern als natürliche Schattenspender. Zudem binden sie eine Menge klimaschädliche CO2-Emissionen“, erklärt die Fraktion der Grünen in einer Pressemitteilung. „Wir fordern deshalb, dass das benachbarte Grundstück wie ursprünglich geplant mit in die Planungen einbezogen wird. Damit wäre eine Verlegung des neuen Kita-Gebäudes nach Osten möglich. Die Bäume könnten so größtenteils vor dem Kahlschlag gerettet werden“, ergänzt die Fraktion.

Was die Grünen besonders umtreibt: Da das östlich angrenzende Gelände nicht mit in den Bebauungsplan aufgenommen wurde, würde das jetzige Grundstück der „Villa Kunterbunt“ vollkommen überbaut werden, ein Erhalt der Bäume wäre unmöglich. Die Grünen: „Die Einbindung dieses Geländes war aber Voraussetzung dafür, dass der Gemeinderat sich für diesen Standort entschieden hat. Wir hätten dem Standort nie zugestimmt, wenn die Sachlage anders gewesen wäre. Wir wollen deshalb beides: Kinderbetreuung und Erhalt der Bäume. Dies geht aber nur, wenn der Bürgermeister sein Wort hält und beide Grundstücke in die Planung aufnimmt.“

Die Grünen-Fraktion sieht immer noch die Möglichkeit, das Ruder rumzureißen. „Laut Bürgermeister soll das Nachbargelände zu Baubeginn frei werden. Wenn dem so ist, kann der Bebauungsplan entsprechend erweitert werden. Es reicht nicht aus, die Fläche erst später hinzuzunehmen. Denn dann wären die Bäume bereits der Kreissäge zum Opfer gefallen. Es ist widersinnig, an einer Stelle naturgewachsene Bäume zu fällen, um dann an anderer Stelle neue zu pflanzen. Drei bis vier Generationen würde es dauern, bis neue Bäume dieser Größe nachwachsen.“

Die Fraktion tritt gleichzeitig anderslautenden Behauptungen entgegen, wonach sich die Grünen bei der Entscheidung zur Baumfällung im Garten der „Villa Kunterbunt“ der Stimme enthalten hätten. Fraktionssprecherin Balling-Gündling: „Zur Entscheidung stand nur der Bebauungsplan als Ganzes. Und hier sind wir in einem Dilemma. Wieder einmal setzt uns der Bürgermeister die Pistole auf die Brust.  Einerseits brauchen wir dringend die Kinderbetreuung. Gleichzeitig haben wir aber beim Bebauungsplan kritisiert, dass die Bäume gefällt werden sollen und keine ausreichenden Ausgleichsflächen vorgesehen sind. Deshalb haben wir uns an dieser Stelle enthalten.“ (ids)

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