Grenzhöfer Straße: Kreisel statt Kreuzung

Grüne nehmen Unfallschwerpunkt unter die Lupe
„Es muss dringend etwas geschehen“ – so der Appell des Ortsverbands der Grünen. Dieser hatte zusammen mit Mitgliedern der Fraktion und des Arbeitskreises Verkehr die Kreuzung zwischen Grenzhöfer Straße und der Kreisstraße Wieblingen/Plankstadt zur Stoßzeit unter die Lupe genommen. Anlass der Begehung war die jüngste Unfallserie an dieser Stelle. Als Fazit ihrer Begehung stellten die Grünen fest: Hier muss eine Kreisel hin.
Kreuzung Grenzhöfer StraßeÜber eine Stunde beobachteten die Teilnehmer die Verkehrssituation. Danach standen die Unfallursachen für alle Beteiligten fest: überhöhtes Tempo, mangelnde Ausschilderung, Missachtung des Stoppschildes und die unebene Straßenbeschaffenheit. „Gerade weil die Kreuzung zu beiden Seiten gut übersehbar ist, unterschätzen viele Autofahrer die Situation. Von den gezählten 200 Fahrzeugen hat rund die Hälfte das Stoppschild missachtet. Sie sind fast ungebremst in die Kreisstraße eingebogen“, so Stadträtin Isabel Moreira da Silva. „Autofahrer, die aus Plankstadt kommen, halten sich kaum an das vorgeschriebene Tempo 70 und rasen auf die Kreuzung zu. Von den einbiegenden Fahrern wird dies oft unterschätzt. So kommt es dann zum Zusammenstoß.“

Stadtrat Gramm ergänzt: „Die Kreuzung ist zudem nicht ausreichend ausgeschildert. Für Autofahrer, die aus Wieblingen oder Plankstadt kommen, ist nicht gleich ersichtlich, dass man nach Eppelheim einbiegen kann. Starkes Abbremsen und viel zu spätes Blinken bringt oft nachfolgende Fahrzeuge in Verlegenheit. Hier fehlt eine ordentliche Beschilderung“. Bei der Begehung wurde auch klar: Laster kommen beim Abbiegen unweigerlich auf die Gegenseite, da die Kurvenradien sehr eng sind. Gramm weiter: „Die Straße aus Eppelheim kommend verläuft nicht ebenerdig, sondern ansteigend. Dies verleitet Fahrer dazu, mit Schwung auf die Kreuzung zu fahren, sie stoppen fast in der Mitte der Straße.“ Und Wolfram Schmittel, der die Kreuzung oft befährt, weiß aus eigener Erfahrung: „Nachts ist die Einmündung und Abbiegespur in die Grenzhöfer Straße Richtung Eppelheim kaum zu erkennen. Es gibt keine Beschilderung und kaum Markierungen.“

„Zu hohes Tempo, zu enge und unebene Fahrbahnen, mangelnde Beschilderung und trügerische Übersichtlichkeit. Das alles macht die Kreuzung extrem gefährlich“, fasst Fraktionssprecherin Christa Balling-Gündling zusammen. Ein Kreisverkehr würde die Situation deutlich entschärfen.“ Bereits 2012 wurde dies von der Grünen-Fraktion angeregt, von Heidelberg jedoch damals abgelehnt. Die erneute Unfallhäufung hat jedoch die Verantwortlichen aufgeschreckt. „Das Problem ist erkannt und man arbeitet an einer Lösung. Spätestens wenn die Brücke an der Hauptstraße erneuert wird, wird der Verkehr an diesem Knotenpunkt zunehmen. Bis dahin sollte der Kreisel stehen“, so die Teilnehmer der Begehung.

Die Kreuzung zwischen der Grenzhöfer Straße aus Eppelheim und der Kreisstraße 9702 zwischen Wieblingen und Plankstadt ist seit Jahren ein kritischer Unfallschwerpunkt. So zählte die Verkehrspolizei in drei Jahren zehn Unfälle, davon allein drei im Januar diesen Jahres. Sehr häufig kommt es hierbei zu Verletzten, in einem Fall sogar mit Todesfolge. Die Kreuzung, die auf Heidelberger Gemarkung liegt, ist Teil der nördlichen Umfahrung Eppelheims und damit wichtig für die Entlastung der Ortsmitte. (bh/ids)

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