„Die menschenverachtende Geschichte darf sich nie mehr wiederholen“ – Dr. Andre Baumann bei seiner Wahlkreis-Sommertour zu Besuch beim „Geschichtskreis zum Gedenken an die Eppelheimer NS-Opfer“

„Es ist bewundernswert und sehr verdienstvoll, dass Sie als Geschichtskreis zum Gedenken an die Eppelheimer NS-Opfer so intensiv die Eppelheimer Geschichte sichtbar werden lassen. Diese menschenverachtende Geschichte darf sich nie mehr wiederholen“, so Dr. Andre Baumann bei seinem Besuch beim Geschichtskreis, den der Grüne Landtagsabgeordnete im Rahmen seiner Wahlkreis-Sommertour zum Gespräch im „Haus der Begegnung“ traf. Begleitet wurde er von Grünen-Sprecher und Stadtrat Marc Böhmann, Stadtrat Hubertus Mauss und Patrick Alberti vom Grünen Kreisvorstand, zugleich Büroleitung in Baumanns Wahlkreisbüro in Schwetzingen.

Die Geschichtskreis-Mitglieder Elisabeth Klett und Dr. Frank Engehausen berichteten im ersten Teil des Austauschs über die Arbeit des Geschichtskreises seit seiner Gründung vor rund drei Jahren. Dabei hoben sie besonders auch die Rolle von Dr. Christine Beil, der Inhaberin des örtlichen Buchladens, hervor. Ein wichtiger Markstein war die Veröffentlichung „Beiträge zur Geschichte Eppelheims: Im 20. Jahrhundert“ von 2023, die von Dr. Frank Engehausen im Auftrag der Stadt Eppelheim herausgegeben wurde. Darin sind fünf Beiträge zu verschiedenen Aspekten des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit in Eppelheim vereinigt. In der Folge dieser Veröffentlichung hat sich der Geschichtskreis gegründet.  

„Fest steht mittlerweile: Es gab auch in Eppelheim während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 viele Fälle von Diskriminierung, Zwangsarbeit, Verfolgung und Ermordung. Eine Besonderheit Eppelheims ist die relativ hohe Zahl von Opfern medizinischer Verbrechen. Vor allem ein niedergelassener Arzt stellte die Personen auf eine Liste und gab sie damit für Zwangssterilisationen frei. Und auch der damalige Bürgermeister meldete Bürgerinnen und Bürger, die zum Beispiel Fürsorgeempfänger waren und als ‚Asoziale‘  oder ‚Gewohnheitsverbrecher‘ diskriminiert wurden“, erläuterte Dr. Frank Engehausen.

Ein wichtiges Thema des Besuches von Dr. Andre Baumann war der Stand der Planungen für einen Gedenkort in Eppelheim. „Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister zu Beginn dieses Jahres hat der Gemeinderat auf Antrag des Bürgermeisters einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass es, nach einer breiten Bürgerbeteiligung, einen Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft in der Stadt geben soll. Das begrüßen wir sehr und freuen uns auf den jetzt beginnenden Prozess“, so Elisabeth Klett. Sie ergänzte: „Jetzt sollen Ideen gemeinsam gesammelt und besprochen werden, wie und wo an die Opfer erinnert werden kann und wie man die Stadtgesellschaft dabei integrieren kann.“ Dr. Andre Baumann unterstützte diese Pläne für einen Gedenkort und berichtete dabei vom Gedenkort für die Zwangsarbeiter in Schwetzingen, der an einem zentralen Ort liegt und mit beeindruckenden Veranstaltungen belebt wird. „Ich fände es auch persönlich sehr wichtig, wenn es einen Gedenkort auch in Eppelheim gäbe“, so der Grüne Landtagsabgeordnete. Elisabeth Klett regte auch an, durch die Stadt mögliche Fördermöglichkeiten von Bund und Land zu prüfen. Dabei sicherte Dr. Andre Baumann seine Unterstützung bei der Landesebene zu: „Ich helfe gerne, wenn es um Förderprogramme oder Kontakte zu den zuständigen Ministerien geht.“ Stadtrat Marc Böhmann sicherte ebenfalls dem Geschichtskreis die volle Unterstützung der Grünen-Fraktion im Eppelheimer Gemeinderat zu: „Für unsere Fraktion wäre bei dem zukünftigen Gedenkort wichtig, dass er mehr ist als eine Gedenktafel, sondern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden kann.“

Dr. Frank Engehausen unterstrich: „Unser Anliegen als Geschichtskreis ist es auch, die Eppelheimer Schulen mit ins Boot zu holen. Wir würden uns freuen, wenn es Lehrerinnen und Lehrer gäbe, die mit ihren Klassen oder Kursen das Thema im Unterricht oder in einem Projekt bearbeiten und Ideen zu einem Gedenkort einbringen würden.“ Dr. Andre Baumann bedankte sich abschließend für den intensiven und anregenden Austausch und wünschte dem Geschichtskreis weiterhin viel Erfolg bei seiner wertvollen Arbeit.