Nahverkehr: Verbesserungen bei Bus und Bahn geplant

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Fraktionsvorsitzende Christa Balling-Gündling

Was sind Schritte zu einer umweltfreundlicheren Mobilität für Eppelheim? Große Hoffnungen verbanden sich im Sommer mit dem neuen Verkehrskonzept für Eppelheim. Im Juli 2020 wurde dieses aber im Gemeinderat nicht beraten, sondern von der Tagesordnung genommen. Warum? Das damals vorgelegte Konzept entsprach nicht den Vorgaben und Ansprüchen eines modernen und zukunftsweisenden Konzeptes für Eppelheim. Positive Ansätze wies das Konzept bei der Verbesserung der innerstädtischen Radwege auf. Kaum eine Rolle spielte hingegen der Nahverkehr. Dabei ist eine weitere Stärkung und Verbesserung des ÖPNV enorm wichtig für Eppelheim und gegen die Klimakrise.

Es zeichnen sich aber erste Erfolge ab. Der Antrag unserer Fraktion, die Taktung der Straßenbahn zu verbessern, zeigt Wirkung. Ab nächstem Herbst wird die Straßenbahn in Heidelberg nach 20 Uhr im 20- statt 30-Minuten-Takt fahren, ebenso an Sonn- und Feiertagen. Es bleibt zu hoffen, dass der Gemeinderat dieser Verbesserung auch für Eppelheim zustimmt und die Bahnen nicht am Kranichweg enden. Zurzeit läuft auch die Neuaschreibung der Busverkehre im so genannten Linienbündel „Schwetzingen Hockenheim“, zu dem auch Eppelheim gehört. Bereits vor zwei Jahren hatte ich in der Lenkungsgruppe Mobilität als Kreisrätin gefordert, dass bei Neuausschreibungen Elektrobusse eingesetzt werden. Das könnte nun ab Herbst nächsten Jahres für unseren Citybus Realität werden. Das ist ein schöner Erfolg.

Eine weitere alte Forderung der Grünen-Fraktion ist die Anbindung zum S-Bahnhof Wieblingen-Pfaffengrund. Diese ist ebenfalls im Linienbündel enthalten. Sie ist entweder mit dem Stadtbus oder dem aus Schwetzingen kommenden Bus der Linie 732 angedacht. Weiterhin setzen wir uns für eine Verbesserung der Anbindung zum Neuenheimer Feld ein. Optimal wäre die beabsichtigte Weiterführung der Linie 732 bis ins Neuenheimer Feld. Für die Eppelheimer Straßenbahnnutzer würde dies zwei Umstiege weniger bedeuten.

Völlig unverständlich war die Ablehnung der geplanten digitalen Echtzeitfahranzeigen für Straßenbahn und Busse in Eppelheim durch eine Mehrheit. Nur die Bürgermeisterin und unsere Fraktion stimmten dafür. Das kann man nur mit einer nutzerfeindlichen und rückwärtsgewandten Verkehrspolitik kommentieren.

Die Verkehrswende braucht konkretes und konsequentes Handeln. Eine wichtige Rolle wird der Ausbau eines attraktiven ÖPNV spielen. Wir sind gespannt, ob mit dem zu überarbeitenden Verkehrskonzept das Klimaschutzziel einer Reduktion von 40 Prozent der CO2-Emissionen bis 2030 erreicht werden kann – und sich alle Fraktionen diesem Ziel verpflichten.

Foto: Stefan Schwerdt

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